Eine lange Zeit

LANGZEITBELICHTUNG – VON ANFANG BIS ENDE DABEI
11.05.11 | art · fotografie · infos
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Langzeitbelichtungen bei Nacht haben einen ganz eigenen Charakter. Vor allem Bewegungen, die verschwimmen oder verschwinden zeichnen Nachtaufnahmen aus. Dabei kommt es nicht nur auf die Zeit für die eigentliche Aufnahme an. Nein, auch die Vor- und Nachbereitung bedarf einiges Überlegung.

Die fertige Aufnahme

Ganz am Anfang
Am Samstag war ich abends unterwegs um wieder mal ein paar Langzeitbelichtungen aufzunehmen. Nach dem die Tage nun länger sind, bedeutet das auch die Dämmerung und die Dunkelheit etwas länger auf sich warten lassen. Für alle die nicht ewig warten wollen und dann doch zu spät sind –einfach nach „Sonnenuntergang“ googlen. Es gibt einige Seite auf denen man für viele Städte den Au- bzw. Untergang der Sonne errechnen lassen kann.

Equipment
Fast wichtiger als die Kamera ist ein Stativ! Im Prinzip ist es egal welches ihr nehmt. Es sollte einen guten, festen Stand haben und darf auch gerne mal ein Kilo mehr wiegen. Hilfreich außerdem sind ein Kabelauslöser und eine Stoppuhr. Bei Canon ist nach 30 Sekunden Ende Gelände und man muss im „blub“ Modus weiter arbeiten – hierfür ist die Stoppuhr. Der Kabelauslöser dient aber nicht nur zum erschütterungsfreien Auslösen. Sondern auch um den Auslöser im „blub“ Modus fest zu stellen.

Die Aufnahme
Erlaubt ist was gefällt! Einfach experimentieren. Gerade was die technischen Einstellungen angeht. Ich empfehle euch eine kleine Blende zu nehmen. Ich selbst habe am Samstag mit der kleinsten die bei meinem Objektiv möglich ist gearbeitet (f22). Die Empfindlichkeit solltet ihr natürlich so klein wie möglich wählen.

Wie bekommt man nun eine Belichtungszeit? Ihr könnt versuchen ob die Kamera selbst ein brauchbares Bild liefert, in dem ihr im Blendenmodus arbeitet. Wer damit nicht zufrieden ist, kann weiter gehen in den Manuellenmodus. Dort habt ihr volle Kontrolle über die Zeit. Am Samstag habe ich es einmal mit Zeiten von 4 bis 6 Minuten versucht. Länger ist durch aus denkbar. Aber wie immer sind das nur Ideen, wie ihr ran gehen könnt. Seid kreativ und probiert auch eigenes aus.

out of cam - die Rohaufnahme mit den Aufnahmedaten

Postproduktion
Schon das Bild aus der Kamera ist nicht schlecht. Das Wasser sehr weich und die Kannten der Spiegelung noch deutlich zu sehen. Auch der Himmel wirkt sehr plastisch und bewegt.

Ich möchte euch in acht Schritten zeigen wie ich zum fertigen Bild gekommen bin. Die Methode habe ich aus einem Tutorial entnommen, in dem es eigentlich um die digitale Nachstellung einer IR (Infrarot) Aufnahme geht. IR Aufnahmen sollte man aber lieber mit einem entsprechenden Sperrfilter aufnehmen. Dennoch sorgt die Art, gerade in S/W, ein besonders spanenden Look.

Damit ihr gut mitkommt gibt habe ich das Bild in 8 Felder unterteilt, die der jeweiligen Ebene in Photoshop entsprechen.

1.RAW Converter
Ideal um Rauschen abzumildern und die Dynamik an zu passen. Ich habe ja schon „versprochen“ einen Post über RAW zu bringen – vielleicht wird das nächste Woche was.

2. Schärfen bzw. Tiefe
Egal bei welcher Belichtung oder Aufnahme. Es muss im Anschluss erst die Schärfe ins Bild gebracht werden. Hier habe ich es über eine Ebenenkopie (STRG+J), Füllmodus Weicheslicht und den Hochpasst Filter gemacht. Vorsicht: wer den Wert zu hoch einstellt, bekommt unschöne Säume!

3. Umkehren
Reduziert die Ebenen auf eine Neue über ALT+STRG+UMSCH+E und legt diese in den Modus Farbe. Dann nur noch mit STRG+I die Ebene invertieren.

4. mix it!
Um den IR Look zu erhalten müssen die roten Farbanteile im Bild verschwinden. Einfach rausnehmen geht aber nicht. Erstellt eine neue Ebene Kanalmixer und geht in den Rotkanal. Dort gebt ihr für Rot den Wert 0 ein und für Blau den Wert 100. Anschließend wechselt ihr in den Blaukanal, in dem ihr dasselbe nur umgekehrt macht. Blau bekommt den Wert 0 und Rot 100.

5. alles wieder raus
Mit einer Farbton-Sättigung Ebene drückt man den Farbkontrast wieder etwas nach unten. Einfach den Sättigungsregler soweit verschieben wie es euch gefällt.

6. Fotofilter
Mit dem Fotofilter (neue Einstellungsebene) verstärkt ihr die kühlen Farben im Bild. Dazu nehmt ihr aus den Voreinstellungen den Kaltfilter (LBB). Die Standarteinstellungen könnt ihr beibehalten.

7. schwarzweiß
Mit der Einstellungsebene Verlaufsumsetzung zieht ihr das Bild Schwarz/Weiß. Ihr könntet euch nun fragen warum dann vorher den ganze Quark mit dem Fotofilter, Entsättigen und Co. Zu Recht! Aber ihr müsst bedenken, dass ihr nach wie vor Farbinformationen habt, die durch die Filter unterschiedlich beeinflusst werden und so der feine Kontrast im S/W erst zustande kommt.

8. Ende
Ich würde es als optional bezeichnen hier noch mit einer Kurve Kontraste zu verstärken. Das kommt auf euer Bild und euren Geschmack an. Versucht es!

Das war es für heute! Schnappt euch die Kamera und geht auch mal wieder raus!




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