EIN BILDBAND VON MIR FÜR MICH...
Über drei Monate sind vergangen seit der ersten Idee bis zur Produktion. Heute halte ich drei selbst gefertigte Bildbände mit über 140 Bilder aus vergangenen vier Jahren in meinen Händen. Wie die Bücher entstanden sind, welche Probleme es gab und Erfahrungen ich sammeln konnte möchte ich auch in diesem Beitrag genau schildern.

Aus dem Kopf in den PC
Ja, nette Idee seinen eigenen kleinen Bildband zu gestalten und in Zeiten in denen man Fotobücher hinterher geschmissen bekommen eigentlich auch für jedermann produzierbar. Etwas Individuelles sieht aber anders aus! Ganz am Anfang steht die Fragen was möchte ich zeigen – bei mir sind es aus vergangenen vier Jahren Protraits, die mir am Herzen liegen. Alleine die Bilder dafür auszusuchen dauerte mehrere Stunden und wirklich entschlossen ist man im Nachhinein auch nicht. Schwerer gestaltet sich die Suche nach einem passendem Format. Denn einerseits will man so viel wie möglich Bild gedruck haben aber auch nicht übermäßig viel beschneiden. Meine Wahl viel auf ein Buchblock von 12 cm x 18 cm.

Wirklich Fleißarbeit ist das Setzten der Bilder im Programm – wichtig ist dabei jetzt schon zu wissen wie das Buch gebunden werden soll. Sprich wie die einzelnen Seiten später zusammen halten. Ich entschied mich leider für eine Klebebindung – später dazu mehr. Wichtig dabei ist das die Gesamtzahl der Seiten durch zwei teilbar ist. Während bei einer Fadenheftung sogar durch vier geteilt werden muss. Das liegt hier an der speziellen Anordnung der Seiten auf dem spätern Druckbogen.
Digital auf Papier
Das Exportieren des Druck-PDF dauerte fast eine halbe Stunde. Kein Wunder, denn es mussten rund 140 Bilder geladen und verrechnet werden. Dementsprechend groß war auch die Datei, die zum Digitaldrucker ging. Gedruckt wurde auf ein glänzendes 170g Bilderdruckpapier. Zum Vorgang selbst kann ich euch nicht viel schreiben. Der Digitaldruck ist die Alternative für kleine Stückzahlen, wenn sich der Offsetdruck nicht rechnet, wobei das für Standartprodukte wie Flyer, Visitenkarten oder Briefpapier schon fast nicht mehr gilt. Vorstellen kann man es sich wie einen Megakopierer in dem ein Laser ein Band aufläd an dem Farbpartikel hängen bleiben, die anschließend auf das Papier gepresst werden.
Auf unser Standardformat passten vier Exemplare als Testauflag – drei Bücher sind dauraus entstanden – wo das eine verschwunden ist werdet ihr später merken.
Aus Blättern ein Buch
Nach dem Drucken müssten natürlich die vier Nutzen einzel geschnitten werden. Allerdings noch nicht auf Endformat von 12 cm x 18 cm der Anschnitt bleibt bis auf der Rückenseite dran. Um die Blätter zu einem Block verkleben zu können, habe ich aus schwarzen Papier ein “Scheinumschlag” geschnitten. Warum der Schein? Eigentlich ist die Klebemaschine für Softcover Bücher gedacht, die den Block sofort mit dem Einband verklebt. Da ich aber ein Hardcover haben wollte musste ich erst einen Hilfsumschlag verkleben, an dem der Block später ins Cover verklebt wird.
Wichtig für den Umschlag ist die perfekte Passform des Rückens. Am einfachsten lässt sich dieser mit einer Schieblehre messen. Die Größe ergibt sich dann aus zwei mal der Breite plus der Rückenstärke plus ein Millimeter Zusatz, der durch die Rillung gebraucht wird. So kommt man am schnellsten zum richtigen Ergebnis.


Das Rillen, Papierfasern vorknicken, ist wichtig damit das Blatt nicht bricht. Ihr könnt ein normales Blatt einmal nehmen und zwei mal falten – einmal Quer und einmal Längs – ihr werdet merken das die Kanten anders aussehen. Das liegt das der Laufrichtung des Papiers. Quer zur Faser kann es eine hässliche und brüchige Kante geben oder sogar zum Reißen des Papiers kommen. Da mein Buch aber später genau an diesen Stellen viel aushalten sollen ist das Rillen unerlässlich. Für meine kleinen Bögen ist das mit einer einfachen Handrillmaschine am einfachsten.
Bereit fürs Kleben sind die Blöcke nun – Ich habe es sogar per Handversucht, leider jedoch mit kaum Erfolg. Das Bilderdruckpapier zieht viel zu viel Wasser aus dem Kleber und wellt sich sehr stark. Auch das sehr schmale Format ist ungünstig um hier die Seiten richtig auffächern zu können. Deshalb wanderten die Buchblöcke in eine Heißklebemaschine.


Man sieht von außen und während des Vorgangs nicht viel. Der Block wird eingespannt und der Umschlag eingelegt. Der fest gepasste Block wird mehrmals über eine Fräße gefahren um eine bessere Oberfläche für den Kleber zu bekommen. Dieser besteht aus Kunststoffen und wird aufgeschmolzen. Zwei Walzen verteilen beim Überfahren den Block ehe er anschließend automatisch mit dem Umschlag verpresst wird. Eine feine Sache! Solange man die Blöcke richtig rein stellt. Ein Block ist leider falschherum zusammen geklebt worden…

Erst jetzt nach dem Kleben werden die Bücher auf ihr Endformat geschnitten. Das geht natürlich nicht mehr mit einer kleinen Schneidemaschine vom Aldi und Co. Hier müssen gute eineinhalb Zentimeter Papier durchtrennt werden. Die Lösung heißt Stapelschneider. Das Messer unserer kleinen Ausführung wiegt rund acht Kilo und wird über zwei Hydraulik-Zylinder nach unten bewegt.
Das Drum-Herum
Wie erwähnt möchte ich einen Hardcover-Einband für die Bücher. Lange habe ich überlegt wie ich diesen gestalten könnte. Von einem komplett Bedrucktem über einen rein weißen Leineneinband hatte ich viele Ideen. Entschieden habe ich mich für einen Halb-Leineneinband mit speziellem Karton den ihr so nicht bekommt. Grundlage sind zwei schwarz durchfärbte Kartonscheiben zwischen die ich ein weißen Bogen Diplomatenkarton (300g Papier) geklebt habe. Effekt ist ein Schichtaufbau im Hardcover.



Verklebt habe ich die Scheiben mit Standard-Buchbinderleim von Planatol. Ob ihr das mit UHU genau so hinbekommt weiß ich nicht. Wer wirklich ernsthaft einmal in die Richtung etwas machen möchte, sollte in jedem Fall die 16 Euro für den Pott Leim investieren.

Die Größer der Platten für das Buch bekommt man ganz einfach in dem zu der Höhe des Buchblocks fünf Millimeter dazu gibt und die Breite übernimmt. Warum in der Breite keine Zugabe? Der Block verschwindet einige Millimeter im Scharnier des Covers. Gibt man als noch extra etwas dazu wird der Innenrand nicht gleichmäßig.

Zusammen gehalten werden die Einzelteile durch ein Streifen Packpapier, das genarbt ist. Es gibt auch die Möglichkeit die Kartonstücke direkt mit dem Einband zu fixieren. Was aber eine große Schwachstelle sein kann bei häufigem Öffnen und überdehnen des Einbandes. Deswegen verklebe ich die Teile zunächst mit dem Papier. Wie genau werde ich einmal speziell erklären, denn hier gibt es auch einige Techniken und vor allem wichtige Handgriffe um einen brauchbaren Einband zu bekommen.
Ihr seht auf einigen Bildern so ein längliches helles Teil liegen. Das ist ein so genanntes Falzbein. Besteht aus Tierknochen und ist zum umlegen und Andrücken gedacht. Wirklich ein unersetzliches Werkzeug in der Buchbinderbei.
Damit der Einband schön aussieht und Stabil wird muss an der Außenseite noch der Rücken um klebt werden. Erlaubt ist hier was gefällt. Ich habe zu einem Buchleinen gegriffen, mit dem ich schon etliche Bücher bezogen habe. Hier, bei einem Halbleinen kommt es vorallem auf das genaue Schneiden des Streifens an. Denn der Abstand rechts und Links auf den Seiten sollte später genau übereinander stehen. Vergessen darf man hier keines Falls die Stärke des Karton, vier mal 3mm.


Der fertige Einband sollte jetzt einmal trocken und dabei mit etwas gut gepresst werden. Bretter und Schraubzwingen eigen sich als einfache Methode am besten. Während dessen kann man sich um den letzten Schliff am Buchblock kümmern. Auf den Stirnseiten wird ein streifen Kapitalband angebracht und die Klebestelle zu verdecken. Bei Faden gehefteten Büchern um so wichtiger, damit die einzelnen Lagen nicht oben offen sichtbar sind.

Der spannendste Moment steht bevor. Das Einhängen des Blockes in das Cover. Zuvor muss der Block richtig ausgerichtet werden das der Abstand überall gleichmäßig verteilt ist. Mit dem Rücken sollte er gegen den Steg des Covers stoßen. Nun vorsichtig ablegen und aufklappen. Ein Strück Papier einschieben um besser den Kleber auf dem Papier verteilen zu können. Und nun den Block sehr fest auf den Tisch drücken beim einstreichen mit Leim. Es ist ärgerlich wenn dieser jetzt verrutschen würde und auch nur mühsam es nocheinmal ausgerichtet zu bekommen. Ist der Leim verteilt, das Papier rausnehmen und den Deckel vorsichtig umlegen. Das ganze dann noch einmal auf der andern Seite und im Idealfall passt alles sehr genau aufeinander.


Ganz zum Schluss wandern die Bücher eineinmal unter viel Holz mit ordentlich Druck zum Pressen. Nicht nur damit es auch wirklich gut hält. So vermeidet ihr auch Wellem in den Blättern durch den Leim. Nicht wäre jetzt noch ärgerlicher als ein “Wasserschaden” nach der ganzen Arbeit.
Finishing
Die Bücher müssen trocken, die Zeit kann man nutzen um den Titel für das Cover herzustellen. Ich habe mir viel Überlegt wie eigenen Stempel machen lassen oder doch noch etwas Gedrucktes aufkleben? Am Einfachsten und besten geeignet hielt ich die Möglichkeit aus weißer Folie eine Plottschrift darauf zukleben.

Diese bringt auch etwas Haptik mit sich so das der Einband nicht ganz langweilig daher kommt. Gedacht war auch das ich noch “tobart.de” in einer kleinen Schrift mit darauf bringe – das Schneiden klappte wunderbar, nur haben die winzigen Buchstaben keinen halt mehr auf dem Trägerpapier und gingen so beim Entgittern kaputt.
Worte zum Ende
Die Arbeit ist nicht zu unterschätzen und vorallem muss ich erwähnen das ich das sicher nie gemacht hätte ohne die Möglichkeit das in der Firma zu drucken. Denn wenn man es weg geben würde zum Druck käme das nicht Billig. Hundert Prozent zufrieden bin ich aber nicht mit dem Druckergebnis. In einigen Bilder hatte die Maschine Probleme mit der Darstellung von Schwarz, das als matische Fläche daherkommt. Auch die Klebebindung ist nicht wirklich super toll, was die Haltbarkeit angeht. Durch das starke Papier und das kleine Format wird die Bindung sehr beansprucht. Gefreut habe ich mich über die Bücher dennoch wahnsinnig! Es ist ein kleines, eigenes Projekt das vielleicht sogar in eine zweite Runde geht..
SHOOTING MIT YANNIK
Es ist mal wieder länger her, dass ihr etwas von mir gehört habt. Zu aller Arbeit in der Firma und meinen kleinen eigenen Aufträgen habe ich dazu noch mit dem Führerschein angefangen. Heute habe ich ein stapel Bilder dabei und für allen nicht Blitzern möchte ich noch eine Technik nahelegen wie man einen ähnlichen Look mit einem Reflektor hinbekommen kann.
Was ihr braucht? In jedem Fall einen großen Reflektor. Meist nutze ich nur meine zwei kleinen von Sunbounce – doch diesmal habe ich auch den großen mit genommen. Der hing seit Monaten ungenutz an der Wand. Das Teil ist 190 x 135 cm groß, bietet damit einen rießen Fläche zum Ausleuchten. Dazu kommt nun etwas trübes Wetter, sehr wolkig mit kleinen Löchern durch die Sonne kommt – genau die müsst ihr nutze um euer Motiv auszuleuchten.

Dabei drauf achten das der Reflektor gegenüber der Sonne steht, euer Model von beiden Seiten beleuchtet wird. Die Sonnenseite sorgt für Streiflichter und Tiefe im Bild während die große Fläche des Bouncers für eine gleichmäßige Aufhellung sorgt. Um Euch das besser zu verdeutlichen habe ich im Vergleichsbild unten mal die Verläufe grob eingezeichnet. Was müsst ihr der Kamera sagen? Ich habe im AV-Modus geshootet (die Kamera misst die Zeit zur gewählten Belnde). Dabei unbedingt drauf achten, das ihr in einen der Beleuchtetend Bereiche, vorzugsweise im Gesicht, misst. Da der Bereich heller ist, das der Hintergrund wird dieser automatisch dunkler abgebildet und eucher Motiv hebt sich ab.

rot: Streiflicht durch die Sonne; grün: Aufhellung durch den Bouncer
Ihr merkt, es braucht nicht viel Equipment um geniale Aufnahmen zu schießen. Weniger ist oftmals Mehr, das lest ihr hier nicht zum ersten Mal. Sicher hätte ich auch gerne ab un zu einen mega portablen Akkugenerator für einen wahnsinns Blitz. Der bietet natürlich viele Möglichkeiten aber kann auch dazu führen das ihr nicht mehr beim Wesentlichen seid – dem Motiv und eurem Modell. Wägt ab was euch wichtiger ist und verzichtet auf Tonnen von Zeug das ihr mit Schleppen müsst und auch Lagern. Kamera schnappen, Leute organisieren und loslegen! Wer es ernst meint, der wird auf dem Weg weiter kommen …
Weitere Bilder aus dem Shooting mit Yannik




SHOOTING MIT PATRICK
Fast vergessen wie schwer mein ganzer Kram sein kann, holte ich am Mittwoch Patrick am Hauptbahnhof ab für ein lange geplantes Shooting. Wir hatten schon vor einem Jahr mal über einen Termin gesprochen aber so wirklich zu Stande ist nichts gekommen. Erst nach seinem 18. Geburtstag war es dann so weit! (Ja, er ist wirklich 18, auch wenn es auf den Bildern durchaus anders rüberkommt – lasst euch überraschen)
Gearbeitet wurde im Rheinhafen bei bewölktem Himmel und frischen Temperaturen. Lasst euch nicht vom Wetter, besonders von den Wetterberichten, verunsichern. Schaut am Tag des Termins raus und dann wägt ab. Bevor es bei mir nicht in ununterbrochen Regnet sage ich auch kein Shooting ab. Es muss nicht immer Sonnenschein sein!

Patrick ging es wie fast allen Leuten die zum ersten Mal vor der Kamera stehen – er war unsicher uns wusste nicht so genau wohin jetzt mit dem Blick, was machen meine Hände da und und und … Das sollte niemanden abschrecken es nicht zu versuchen. Ihr müsst dann euer Model an die Hand nehmen, es ein bisschen auflockern und ihm immer ein sicheres Gefühl vermitteln. Vor allem auch dann wenn der Ausdruck oder die Pose gerade nicht super sind. Mit positiven Kommentaren oder auch mal einem kleinen Witz wird schnell eine gute Atmosphäre zum Arbeiten. Ich hoffe Patrick kann das bestätigen… .
Was gibt es zu den Aufnahmen zu sagen? Ich habe ein geblitztes Bild dabei, das ich ausführlich durch gehen möchte. Von der Aufnahme, wie stelle ich Kamera und Blitz ein, über die Bearbeitung bis zum fertigen Bild.
Entstanden ist die Aufnahme zwischen zwei Reihen aus Betonsteinen. Nicht viel Platz für einen kleine Blitz, Model und mich mit der Kamera. In der Skizze unten seht ihr wie das Setup umgesetzt wurde. Der Blitz mit der kleinen Softbox ragte von außen sehr hoch in die Lücke der Steine rein (Galgenstativ) und so konnte ich mich unter diesem frei bewegen. Zu erst versuchte ich den Blitz mit der Hand zu führen aber so war ich nicht mehr konzentriert genug um den Bildausschnitt zu wählen.


Fotografiert habe ich mit einer Blende 6.3 bei 1/125 Sekunden um die Wirkung des Lichtes sehr präsent ins Bild zu setzten. Den Blitz stellte ich im manuellen Modus auf die kleinste Zoomstufe ein, so das die Softbox gut ausgefüllt werden kann. Abgefeuerte habe ich den Aufsteckblitz mit einem Kabel bei halber Leistung. Positioniert war er circa ein Meter von Patrick weg von oben kommend.
Die endgültige Aufnahme sah dann wie folgt aus:

Weiter ging es jetzt mit der Postproduktion in Photoshop. Das ganze Bild lebt durch ein paar wenige Ebenen.
Am Anfang steht die Retusche. Seit den Falschen Aufnahmen habe ich auch die Vorteile des „Bereichs-Reparatur-Pinsel“ erkannt. Gerade in Bereichen mit harten Kanten über Übergängen von Helligkeiten kann der Pinsel einiges. Aber zu viel kann man auch wieder nicht erwarten. Um so größer die gewählte Fläche um so schneller wird Matsch geliefert. Da bevorzuge ich doch lieber den einfachen Reparatur-Pinsel bei dem ich meine Quelle selbst festlege.

100 Prozent Ausschnitt - links nach der Retusche, rechts das Original Bild
Fab- bzw. Kontrastkorrekturen oder besser gesagt Optimierungen nehme ich generell schon im RAW-Converter vor, weswegen die in Photoshop entfallen und ich gleich zur eigentlichen Gestaltung übergehen kann.

Im Ebenenstapel liegen als nächstes zwei Tonwertebenen, die für die Abdunkelung im Randbereich sorgen. Dabei sind beide Identisch, nur das die oberste eine Kopie der Untern ist und mit weniger Deckkraft darauf liegt um den Effekt minimal etwas zu verstärken. Angepasst habe ich dabei nur die Mitten im Tonwertdialog in dem ich den Regler nach rechts geschoben habe.
Weiter ging es mit einer Schwarzweiß-Ebene im Modus WeichesLicht um die Kontraste stark zu kräftigen. Wenn ihr im Screenshot der Ebenenpalette euch die Maske der Ebene anschaut, merkt ihr das hier einiges über diesen Weg gesteuert wurde. Ich empfehle es euch! Wer mit PS meint arbeiten zu müssen, der sollte die Arbeit mit Masken und Ebenen im Schlaf beherrschen.

Um die kommenden Ebenen zu verstehen habe ich noch einen weitern Screenshot gemacht. Die Ebenen zwei und vier liegen beide im Modus Inneinanderkopieren. Darauf habe ich die Stimmung „gemalt“. Eine mittlerweile bekannte Methode um Kontraste lokal heraus zu arbeiten. Ich hatte es ja schon öfters von den Speziellen Tools wie den Abwedler und den Nachbelichter, die von einem Mannheimer Photoshoper benutz werden und der das so etwas zur Mode gemacht hat – ich selbst kommt mit den Werkzeugen nicht zurecht und nutze deswegen leere Ebenen, weiße und schwarze Farbe mit dem Pinsel.
Auf dem Screen könnt ihr sehen das ich hier sehr viel nach gemalt habe um die einzelnen Stellen gut zu betonen um den Kontrast zu erhöhen um für den starken Look zu sorgen. Das der Hintergrund flächig Grau ist muss euch nicht stören – der dient hier nur dazu euch die gemalten Ebenen zu zeigen.
Ich trenne hier die kleinen feinen Kontraste über Patrick und denen im Hintergrund die mit einem großen Pinsel entstanden sind extra auf zwei ebenen um gegeben Falls noch einmal besser Stellen wegradieren zu können.
Die kommenden drei Einstellungsebenen bestimmen dann schon den Farblook der Aufnahmen. Die Fabrton-/Sättigungsebene sorgt für einen goldgelben Schein im Bild und macht es durchweg etwas wärmer. Obligatorisch sorgt die Kurve für meinen individuellen Look in Kombination mit der Verlaufsumsetzung, die dem Bild wieder Sättigung und Farbe nimmt.
Das war der Weg von der Aufnahme bis zum fertigen Bild. Ich hoffe, dass für einige etwas Interesanntes dabei war und ihr es auch für euch selbst umsetzten könnt.
Weitere Bilder aus dem Shooting:





SHOOTING MIT DENNIS
Ihr wisst ja das ich meine Vorbehalte zu TFP-Shootings habe. Vor zwei Wochen erreichte mich eine Mail von Dennis, der gerne bei mir ein Shooting machen würde für eine Sedcard in einer Agentur. Vor weg es war eine der nettesten Anfragen die ich bis dato bekommen habe! Ein bisschen Wert lege ich ja auch drauf das ich mit einem Hallo begrüßt werde und auch mit einem Namen verabschiedet werde. Mehr verlange ich gar nicht – kein SIE, keine formale Höflichkeit und ein paar Zeilen.
Im Grunde spricht ja nichts dagegen das Shooting zu machen – ich hatte nur ein wenig Bedenken wegen der Agentur – die haben nichts dagegen nur Dennis will ka eine Leistung für einen bestimmten Zweck, weil die Agentur noch Bilder von ihm haben wollte. Versteht ihr mich hier? Es geht um’s Geld! Wenn versucht wird hier ohne große Kosten an repräsentative Aufnahmen zu kommen. Keine Angst ich unterstelle das jetzt rein der großen Agenturwelt und nicht Dennis direkt!
Nach einer Nacht habe ich ihm dann zugesagt und wir haben innerhalb einer Woche auch alles organisiert – er wollte das wirklich machen und das habe ich auch gespürt. Geshootet haben wir im Rheinhafen – ich weiß, schon wieder… aber für Anfänger und Leute die ich schlecht einschätzen kann ist das immer noch die Location, die am meisten bietet!

Vergangene Woche hatte ich es ja von den vergessenen Blitzen, dass ich kaum noch mit ihnen Arbeite und es teilweise auch verlernt hatte. Prompt kam dann auch im Shooting nun ein Einsatz zu Stande, bei dem es nicht ohne Blitz ging. Schwierig bei der Aufnahme war die Sonne im Hintergrund unter Kontrolle zu bekommen. Zum einen das ein Fokus möglich ist und nicht das gesamte Bild aus einem überstrahlten Lichtpunkt besteht. Dazu kommt dann noch die richtige Ausleuchtung um der viel stärkeren Sonne entgegen zu wirken.

Aufgebaut hatte ich wie in der Skizze zu sehen einen Bouncer und einen Blitz – wobei ich den sogar in der Hand hatte. Zuerst suchte ich ein Grundbild das das Modell so gut wie im Dunklen lässt. Einfach in den Manuellen Modus wechseln, Zeit und Iso festlegen und denn über die Blende das Bild suchen. Erst jetzt dürft ihr aber den Bouncer und den Blitz mit in Spiel Bringen. Der Bouncer sorgt für eine Grundhelligkeit und der Blitz im ETTL Modus bringt die Knackigkeit mit ins Bild. Das funktioniert natürlich nur wenn ihr eine Möglichkeit habt den Blitz auch jenseits der Kamera mit dem Signal zu versorgen. Ich bin da immer noch meinen selbst umgebauten Kabeln treu geblieben.
Raffinierter wird hier die Fokussierung. Die Sonne scheint direkt ins Objektiv hinein – der Autofokus dreht durch weil er durch das helle Licht einfach keinen festen Punkt finden kann. Zum einen müsst ihr ein festen Messfeld aus wählen, so fokussieren das keine Sonne rein scheint (leicht von oben), den Auslöser halten und sofort in die Aufnahmeposition wechseln. Der Fokus sollte nicht springen und in dem Bereich den ihr vorher fokussierthabt bleiben.
In meinem Fall hatte ich den Blitz dabei noch in der Hand und habe einhändige fotografiert … das braucht einiges an Übung und geht doch noch schief. Also wenn ihr so in der Art auch mal rangeht, dann kontroliert sofort vor Ort die Aufnahmen lieber einmal genauer!





SHOOTING MIT FALKO
Der Januar war ruhig – keine neuen Fotos, keine neuen Beiträge – nichts. Absolut nicht schön und aber sorry die Pause musste einfach sein. Dafür geht es jetzt so richtig los! Die ersten Shootings 2012 sind gelaufen, neue Gesichter gefunden und heute gibt es die ersten Ergebnisse aus dem Shooting mit Falko.
Da uns nun der Winter auch erreicht hat war es entsprechend kalt – was mir persönlich absolut nichts aus macht. Es war ein perfekter Tag zum Shooten mit viel Sonne und klarstem Himmel. Vom Rheinhafen werde ich mich wohl nie wieder trennen können. Eine kleine Hassliebe – einerseits die vielseitigste Location im urbanen Industrielook in der Umgebung aber anderseits habe ich mich schon satt fotografiert. Sicher ist es nicht immer das selbe aber frischer Wind könnte auch hier nicht schaden…

Hafen hin oder her – zum Einstig ein kleiner rund um Beitrag wie diese Aufnahme entstanden ist. Wichtig war mir schon bei der Aufnahme ein spezieller Effekt den viele als Vignette bezeichnen würden. Hier aber gar nicht zutrifft. Denn die Schatten am Rand sind nicht Objektivbedingt sondern von mir erzeugt worden. Was ihr braucht sind zwei bzw. ein Reflektor, je nach dem wo ihr gerade Arbeitet.

Leider heute eine handgezeichnete Skizze da mein Tablett in der Firma steht – aber das Prinzip sollte auch jetzt deutlich werden. Falko lehnt an einer Wand an der Seitlich noch Sonnenlicht einfällt. Das wird um Mini Bouncer abgehalten, so das er fast gleichmäßig beleuchtet wird. Ohne den Boucer wären Körperpartien auf der Aufnahme die zur Sonneseite neigen heller – das sollte vermieden werden. Der Micro Bouncer mit seiner kleinen Fläche wirft nun das Licht spottartig auf das Modell und erzeugt dadurch eine partielle Ausleuchtung. Anpassen lässt sich dieser Effekt durch Veränderung des Abstandes zwischen Reflektor und Motel.
Deutlich wird das im unteren Bild, in dem ich die Helligkeit reduziert habe:

Um so weiter die Aufnahme ist, um so stärker lässt sich auch die Spotausleuchtung erkennen. Für die Bearbeitung ergeben sich nun zwei Möglichkeiten, man kann die Aufnahme gleichmäßig ausleuchten oder diese feiner nachbearbeiten.
Für mich hat sich der folgende Weg hin zu künstlichen “Vignetten” ergeben. Zuerst eine Auswahl-Ellipse erstellen die etwas größer ist als der spätere Bereich der noch unberührt bleiben soll. Damit es jetzt nicht bei der harten Kante bleibt geht man über “Kante verbessern” in den extra Dialog und stellt den Regler “Weiche Kante” auf 250px was dem vollen rechtem Anschlag entspricht. Bestätigen und im Anschluss die Auswahl umkehren. Am einfachsten erreicht ihr nun den Effekt wenn ihr eine neue Tonwertkorrektur Ebene anlegt.

Um nun die äußern Bereiche abzudunkeln müsst ihr die Lichter-Werte des Tonumfangs nach unten schieben (Wert kleiner 255). Ihr werdet aber feststellen, das eure Aufnahme etwas flau wird und die Übergänge nicht optimal erscheinen. Um das zu verfeinern schiebe ich den Mittenregel des Histogrammes ein stück nach rechts (Wert kleiner 1). Die Abdunklung wird sehr schnell sichtbar und verleiht eine gewisse Tiefe.

Ich hoffe ihr verzieht mir den Stilstand – könnt euch aber sicher sein das ich mich jetzt hier wieder einmal in der Woche melde um euch auf dem Laufenden zu halten. Es war ein super einstiegs in ein spanendes Shootingjahr – hoffe ich . Mehr Bilder aus dem Shooting gibt es in der Galerie und im Anschluss.

