Problematik TfP

KOSTENLOS VS. BILLIG
18.06.11 | hinter den Kulissen · infos

Just die Tage gibt es wieder ein kleines Problem, bezüglich TfP Shootings. Ich habe ja schon öfters hier im Blog angesprochen und erläutert welche Chance aber auch Risiken ich darin sehe. Ganz klar stehe ich dazu, dass es eine feine Sache ist für Neulinge. Ich merke, das meine “Neuzeit” nun langsam vorbei scheint. Denn ich bekomme momentan öfters Aussagen zu hören die mir das vermitteln.

Eine kleine Erklärung dazu: Ich finde es super wenn Leute die bei mir waren, zu frieden sind und ihnen die Bilder gefallen es ihren Freunden erzählen. Werbung ist auch für mich sehr wichtig. Wo lieg aber das Problem? Es kommt auch vor das sich dann auch einige melden und nach einem Shooting fragen. Viele fragen auch sofort nach einem Preis. Was ich sehr höflich finde. Ich erklären ihnen dann, mit was sie rechnen sollten. Jetzt sind wir bei dem Punkt an dem ich was verändern muss – denn jetzt bekomme ich seit neustem dann als Antwort “Da gibt’s doch auch was wo kostenlos ist”.

Drum herum reden ist nicht mein Ding. Also erklären ihnen jedem in lieben Worten, das ein “kostenloses”auf TfP Basis läuft und das nur in Frage kommt für diejenigen, die ich selbst anschreibe oder die mich von einer Idee überzeugen können.

Vielleicht werde ich den Vertrag erweitern und ein Stillschweigen über die Art des Shootings vereinbaren. Ob sich daran gehalten wird ist natürlich die andere Sache. Ich könnte mich auch komplett vom TfP verabschieden und nur noch rein Pay anbieten – überigens mit neuer Idee…

Gestern bekam ich dann nach der Erklärung zum TfP die Rückmeldung, dass es viele andere gäbe, die es billiger oder kostenlos anbieten würden. Okay, das stimmt ja auch. Nur muss der Preis Grundlage für die Entscheidung sein? Ja, leider! Denn Geld ist ein greifbarer Wert. Während qualitative Arbeit, die in den Aufnahmen steckt, oft nicht richtig oder erst gar nicht erkannt wird. So bleibt dann auch die eigentliche Wertschätzungen der Arbeit auf der Strecke.

Ich weine niemand nach, der nicht zu mir kommt, dem ich nicht billig genug bin oder der eine falsche Vorstellung hat, von dem was er überhaupt bekommt. Leben kann ich alle mal damit. Denn ein Verlust ist es keines Weges. Aber vielleicht denken einige jetzt einfach mal darüber nach, das ich auch nicht zu verschenken habe.

Ein schönes Wochenende.

 




Der Schreibtischt ruft! – Teil II

VON KRÜPTISCHEN NAMEN UND ORDNERSTRUKTUREN

Mit dem Jahreswechsel habe ich mich zu einer einheitlichen Dateisortierung entschieden. Zuvor landeten alle Shootings in einem Ordner der „Portrait“ hieß. Daring gab ein wieder einen Ordner für jedes Shooting in dem wild alle verfügbaren Dateien lagen. Struktur schaffte ich rein über die Bridge. Dort ist es möglich einzelne Dateiformate anzuwählen um rein diese anzeigen zu lassen. Nette Sache – solange man die Bridge hat.

Wie sieht es jetzt aus? Den „Portrait“ Ordner gibt es weiter hin. Darin findet sich nun für jedes Jahr ein Ordner. Also kann ich schon mal schnell über das Jahr einem Auswahltreffen. In einem solchen Ordner verbwergen sich dann die einzelnen Shootings. Neu ist hier auch die Benennung. Ich vergebe für jedes Shooting eine Nummer, die ich hier als Name angebe und anschließend den Namen des Models.

Das Durcheinander im Shootingordner hat auch ein Ende gefunden. Hier trenne ich folgende Inhalte. Alle RAW Aufnahmen wandern in einen Ordner „RAW“, für PSD Dateien gibt es ebenfalls einen eigenen Ordner und im Verzeichnis „JEPG“ stecken Weboptimierte Bilder der fertigen Aufnahmen. Die Bilder direkt im Shootingverzeichnis selbst sind die fertigen jpgs. Es ist unheimlich leichter geworden schnell auf gewisse Dateien auch ohne Bridge zuzugreifen. Gelegentlich findet sich auch noch ein Ordner mit der Bezeichnung „Dateien“ im Verzeichnis für ein Shooting. Darein landet alles was mit Schreibkram zu tun hat.

Egal was mit dem Shooting zu tun hat. Man findet wirklich genau das in diesem einen Ordner. Und muss nicht an diversen Orten auf zig Festplaten suchen.

Ich kenne einige Leute die ihre Dateinamen so lassen wie sie aus der Kamera kommen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es einfach ist mit einem Stapel an Bilder die „IMG_XXX“ heißen, den Durchblick zu behalten. Bei mir heißen die Bilder schon immer wie folgt:

Name des Models_Erstellungsdatum_Nummerierung

Das kann zwar ziemlich lang werden – je nach Vor- und Nachname des Models aber bei mir hat es sich so bewährt. Natürlich nenne ich die Bilder nicht von Hand um. Hier kommt wieder eine super Sache von der Bridge zum Einsatz – die Stapel-Umbenennung.

Unter „Werkzeuge“ –> „Stapel-Umbenennung“ könnt ihr den Dialog aufrufen. Danach stehen euch wieder zig Optionen zur Verfügung:

• Vorgaben
Hier könnt ihr euch Presets abspeichern. Gerade wenn ihr oft bestimmte Dateinamen immer wieder braucht ist das ein großer Vorteil, nicht immer wieder alles neu eingeben zu müssen.

• Zielordner
Beschreibt sich selbst. Meine Dateien liegen immer schon im richtigen Ordner also muss ich sie nicht kopieren oder verschieben. Kann aber sicher praktisch sein, wenn ihr die Originale beibehalten wollt (mehr dazu unter Optionen).

• Neue Dateinamen
Jetzt geht es ans Eingemachte. Wie bastel‘ ich mir meinen Namen zusammen. Anfangs habt ihr eine Zeile in der ihr aus der Dropdownliste die verschiedenen Möglichkeiten wählen könnt. Bei mir fängt das mit einem einfach Text für den Namen des Models an. Anschließend könnt ihr über das „Plus“ am Ende der Zeile eine Neue aufrufen. Und mit dem „Minus“ dahinter wieder entfernen. Für Das Datum erscheint auch eine weitere Dropdownliste. Denn Ihr wählt zuerst aus einer Gruppe, dann die Art und anschließend wenn nötig das Format. Im Fall des Datums möchte ich das Erstellungsdatum haben und dies in der Formatierung „TTMMJJ“, mit in meinen Dateinahmen aufnehmen. Es gibt natülrich noch viel mehr wie z.B. das Jahr mit vier Stellen „JJJJ“ oder zu Anfang.

Nach dem Datum brauchte ich einen Unterstrich. Dazu wird wieder eine Zeile mit „Text“ benötigt. Denn sonst würde die Bridge einfach alles zusammenhängend aneinanderreihen. Damit die Dateien unterscheidbar sind brauchen wir noch das Einzigartige – eine Nummer. Es wäre auch möglich einen Buchstaben zu nehmen. Aber davon gibt es nur 26 und bei 200 Aufnahmen wird das sicher nicht mehr ganz so schön wenn auf einmal „_AAAAA“ erscheint…

Ganz simpel und bewährt sind Zahlen. Die ihr unter „Sequenzindeszahlen“ findet. In der mittleren Spalte wählt ihr den Beginn der Nummerierung. Für neue Shoots starte ich gewöhnliche bei 1. Ihr könnt aber auch bei 10 oder 100 Anfangen. Danach wählt ihr noch die Art wie viele Stellen erscheinen. Ich bewege mich zwischen 1 und maximal 500 Bildern für ein Shooting also reichen 3 Stellen völlig aus.

• Optionen
Wenn ihr den ursprünglichen Dateinamen behalten wollt aber die Daten nicht kopieren. Hier habt ihr die Möglichkeit diesen in den Metadaten zu schreiben. Was hinter „Kompatibilität“ steckt – sorry Leute ich muss passen. Ich weiß nur, dass das Betriebssystem das genutzt wird immer angehakt ist.

• Vorschau
Wird im Screenshot leider nicht so deutlich, weil ich keine neuen Daten gerade dahatte und aus alte zugreifen musste. Erklärt sich aber sicher von selbst. Ihr seht den alten und den neuen Namen, könnt ihn noch einmal kontrollieren und gegeben falls ändern. Nett ist zudem auch, das ihr angezeigt bekommt wie viele Daten ihr ausgewählt habt die ungenannt werden.

Mit dem Klick auf „Umbenennen“ startet Bridge die ganze Aktion.

Jetzt noch kurz ein paar Worte zur Nummerierung meiner Shootings. Also niemand muss Angst habe, das er nur eine Zahlenfolge für mich ist. Aber um eine Übersicht zu haben und einfach schnell zuordnen zu können ist es hilfreich eine eindeutige Referenz für jedes Shooting zu haben. Ich habe das wie folgt gelöst: hier ein Beispiel,

SH93-11020

SH – Shooting
93 – gesamtzahlt aller Shootings
11 – aktuelles Jahr (2011)
20 – Nummer des Shootings im Jahr

Oder in Worten: Shooting dreiundneunzig-Nummer 20. im Jahr 2011
Es lohnt sich sicher nicht wenn ihr nur ein zwei Shootings im Jahr habt. Aber schon bei zwei drei im Monat kann schnell eine Menge an Daten zusammen kommen die geordnet werden wollen. Wer für anfängt erspart sich langes Aufräumen. Ich hoffe ihr seid etwas schlauer und hab etwas für euch gewinnen können.

Im dritten Teil kommt der lange versprochene RAW Post…




Der Schreibtisch ruft – Teil I

NACH DEM SHOOTING GEHT’S ERST RICHTIG LOS!

Wenn ich nach gut zwei bis vier Stunden von einem Shooting geschafft Heim komme, beginnt die Arbeit erst richtig. Karten müssen ausgelesen, Bilder bewertet und Rücksprache mit dem Model muss gehalten werden. Ich möchte euch in mehreren Teilen meinen Workflow zeigen.

Von der Karte auf den PC
Aber fangen wir doch mal ganz am Anfang an! Da ich noch auf 1GB CF Karten arbeite kommen in einem Shooting sicher um die fünf Stück zusammen, die ich übertragen muss. Was jetzt aber nicht bedeutet, dass ich Massenweiße Bilder überspiele. Denn auf einer Karte finden sich grad einmal ca. 34 Aufnahmen. Das könnte man auch bequemer haben, mit andern Karten. Aber ich hänge irgendwie an meinen, denn es braucht nicht mal 30 Sekunden zur Übertragung.

KLICK MICH! - Der Download-Dialog der Bridge

Zur Hand nehme ich ein stink normales USB Lesegerät, das ich einmal bei Amazon gekauft habe. Es über die Kamera laufen zu lassen ist mit zu umständlich. Kaum ist die Karte eingesteckt, meldet sich der Windows-Dialog (noch, denn ich werde auf Mac umsteigen…) in dem ich eine Aktion auswählen kann. Da ich kein Freund von Lightroom bin und super mit der Bridge von Adobe zu recht komme, benutze ich auch den Download-Dialog davon.

Der bietet schon einige Vorteile gegenüber dem einfachen Kopieren. Zum einen könnt ihr auswählen welche Bilder ihr auf den Computer überspielen wollt. In der Regel sind das sicher immer „Alle“. Dann habt ihr rechts eine Spalte in der ihr verschiedene Optionen wählen könnt was alles mit den Bildern passieren soll:

• Position
Ganz simpel – hier wählt ihr den Ort an den eure Bilder kopiert werden sollen. Ich lege für jedes Shooting einen neunen Ordner an. Also wähle ich als Speicherort den Ordner in den die Bilder hinein kommen sollen. Allerdings den Überordner, denn ich lege Automatisch einen neuen Ordner an und kann diesen gleich benennen. In meinem Fall wäre dies „2011“ in den die Bridge mir einen neuen Unterordner anlegt. Da ich jedem Shooting eine Nummer zuweise beginnt auch der Ordner mit dieser und im Anschluss kommt der Name des Models. Später mehr zu den Dateinamen.

• Dateien umbenennen
Wenn ihr ein zwei Karten habt, oder wisst in welcher Reihenfolge ihr sie aufgenommen habt, könnt hier gleich hier eure Dateien umbenennen. Die Bridge bietet euch verschiedene Möglichkeiten dazu. Ihr könnt das Aufnahme Datum mit einbeziehen, es vor oder nach einem eigenen Namen stellen und auch über die Form des Datums entscheiden. Und selbstverständlich nummeriert euch das Programm die Bilder gleich durch.

• Erweitere Optionen
Wenn ihr die Bridge gleich starten wollt, könnt ihr dies nach dem Download veranlassen in dem ihr ein Häkchen setzt. Die Konvertierung in das von Adobe entwickelte Rohdatenformat DNG habe ich selbst noch nicht getestet, da ich keine Probleme mit dem Format CR2 habe. Über den Befehl „Originaldateien löschen“ könnt ihr die Karte gleich reinigen lassen. Ich belasse die Daten aber auf der Karte, bis ich mit dem Shooting komplett fertig bin. Zusätzlich könnt ihr noch einen zweiten Speicherort an z.B. eine Backup Festplatte.

• Metadaten anwenden
Es gibt die Möglichkeit in Bridge Metadatenvorlagen zu speichern, um diese immer wieder schnell anwenden zu können. Was ist der Sinn von Metadaten? Dort werden Informationen zu eurer Aufnahme gespeichert. Ihr kennt vielleicht die „EXIF“ Daten eurer Bilder. Das sind Angaben wie mit welcher Blende zu welcher Zeit und mit welcher Belichtungszeit eurer Aufnahmen getätigt wurde. Auch GPS Daten und ISO Werte werden dort gespeichert. Allerdings keine Daten zum Autor oder Stichwörter. Dieser können aber als Metadaten dem Bild hinzugefügt werden. Ich habe mir eine Vorlage für „tobyart“ angelegt, in der ich Informationen zu mir als Autor angebe. Stichwörter gebe ich individuell zu jeden Shooting an. Da ist mir der Bridge auch kein Problem.




weniger ist mehr

SHOOTING MIT PATRICK

Letzten Sonntag war wieder einmal Patrick bei mir. Groß geplant hatten wir nichts. Auf meinem Infozettel, den ich für jedes Shooting schreibe, hatte ich als Location nur „Wiesen und Felder“ vermerkt. Unser erstes Ziel hieß: Rheinbrücke. Zum einen gibt es dort recht viel Grün, Felder und es liegt direkt am Rheinufer.

Was hat es mit dem Titel des Posts auf sich? Der bezieht sich auf das Equipment. Viel schleppte ich nämlich nicht mit. Ein kleines Stativ, den kleinsten Bouncer und die Kamera mit der 50mm Festbrennweite. Habt keine Angst auch mal einfach etwas daheim zu lassen und nur wenig oder einen Teil eurer Ausrüstung mit zu nehmen. Denn dann konzentriert ihr euch wesentlich mehr auf das Model und seid viel kreativer, was den Einsatz der euch zur Verfügung stehenden Hilfsmittel angeht.

Zugegeben hatte ich davor auch etwas Bammel. Aber da Patrick mich gut eine dreiviertel Stunde zu früh abgeholt hatte, schnappe ich wirklich nur das was ich gerichtet hatte.

Wie bin ich an die Aufnahmen rang gegangen? Zum einen habe ich diesmal, zum ersten mal sogar, ISO 50 verwendet und die Blende durchweg auf 2.8 belassen. Kümmern musste ich mich also rein um die Belichtungszeit.

Diese habe ich meistens mit dem Belichtungsmesser eingemessen und gegeben Falls noch etwas verlängert oder verkürzt. Viele kennen das kleine Kästchen sicher nur aus dem Studio um die Blitzanlage feinzumessen. Aber auch für draußen bietet ein Belichtungsmesser einige Vorteile. Wichtig ist nur: er muss Tageslicht bzw. Dauerlicht messen können. Einige Geräte können nur Blitzlicht messen und werden oft unter „Flashmeter“ vertrieben. Außerdem sind gute Belichtungsmesser nicht billig. Alternativ könnt ihr auch über die Kamera direkt messen. Blendenvorwahlmudus, Spot als Messmudus und eine Probeaufnahme tätigen.

Aufnahme I
Das erste Bild haben wir auf den Steinreihen, die in den Rhein ragen, aufgenommen. Da könnte ich mir sehr gut ein Shooting früh morgens vorstellen, wenn eventuell etwas Nebel oder Dunst über das Wasser zieht… Aber zurück zur Aufnahme: Patrick konnte sich schön die Sonne auf den Rücken scheinen lassen, während ich schnell die Schuhe bei Seite schmiss und ins Wasser stieg. Es war ein Höllenwind da draußen. Mit der linken Hand hielt ich den Reflektor und mit der andern fotografiterte ich unter dem Bouncer durch. Nichts für Anfänger sage ich mal. Denn gegen den Wind stemmen, auf den Reflektor auchten, das der auch dort hin Licht bringt wo es hin soll und noch auslösen ist nicht einfach.

Aufnahme II
Auch für das nächste Bild reichte alleine der kleine Bouncer aus. Diesmal aber um Schatten zu machen. Wenn man nun den Schattenbereich (Gesicht) ausmisst und die Werte überträgt wird der Hintergrund überbelichtet und sorgt für eine Freistellung. Auch die Nachbearbeitung in Photoshop ist nicht aufwändig. Die Rohaufnahme ist überwiegend sehr hell. Das greift man am besten auf und „schiebt“ die Aufnahmen jetzt noch weiter in die Überbelichtung. Wichtig ist aber: nicht die Tiefen zu verlieren. Denn dann fehlt euch eine Plastizität in eurer Aufnahmen. Sie wirkt flau und kraftlos. Nehm eine Kurve und zieht bei dieser nur die Lichter nach oben und schützt die Tiefen durch einen Fixpunkt.

Aufnahme 3
Ich wollte unbedingt auch mal etwas in einem Feld machen. Also fuhren wir quer durch die Stadt in Richtung Epplesee. Dort gibt es die größte Fläche an Felder in der nähern Umgebung von Karlsruhe.
An der Stelle eines vorweg: Bitte nicht wild in Feldern rumtrampeln, sondern am besten die Traktorspuren nehmen. Denn es ist keine „Landschaftsdeko“, sondern Lebensgrundlage für den Landwirt, mit der man achtsam umgehen sollte.

Für das folgende Bild habe ich noch nicht einmal den Bouncer benutzt. Denn man darf auch gerne mal einfach die Sonne so mit ins Bild nehmen wie sie ist. Ihr solltet aber darauf achten, das dann auch der Blick eures Models zur Sonne geht, damit nicht eine Gesichtshälfte im fast schwarzen Schatten liegt. Diesmal lag die Belichtungszeit bei 1/1000 Sekunde und ebenfalls bei f2.8 und ISO 100. Wobei ihr generell aufpassen solltet, ist wo die Schärfe in eurem Bild liegt.

Denn gerade bei großen Blenden können 2 Zentimeter mehr oder weniger Abstand zum Model schon alles verändern. Das war auch für mich Anfangs mit dem 50mm 1.4 nicht einfach. Hilfreich sind hierfür die Messfelder eure Kamera. Mir stehen in dern 5D Mark II insgesamt 9 Felder zur Verfügung. Achtet also darauf, kontrolliert die Aufnahmen und macht lieber eine mehr. Es gibt auch Freaks die auf manuelen Fokus schwören. Wer das kann okay… Aber gerade bei der Arbeit mit Modellen kommt es auf Schnelligkeit an. Wer da noch selbst scharfstellen will…

Postproduktion
Da es ja die letzten Wochen etwas mager war mit Posts habe ich mich spontan entschieden euch noch ein Teil Postproduktion mit anzuhängen. Am besten genau zu dem Bild oben. Denn es sieht so unscheinbar einfach aus… ich werde es mit euch anhand der Ebenen durch gehen:

Ich schulde euch immer noch eine Post über RAW Entwicklung. Denn das war auch diesmal der erste Schritt.

Retusche
Ein bisschen hier ein bisschen da. Retusche ist immer das selbe und doch anders. Nicht jedes Gesicht ist gleich und nicht bei jedem greift alles gleich gut. Da müsst ihr euch selbst Techniken anschauen, aneignen oder entwickeln, die für euch am besten passen. Ich zum Beispiel arbeite gerne mit dem Reparaturpinsel.

Schärfen
Ebene kopieren, Füllmodus auf „Weiches Licht“ legen und mit dem Hochpassfilter arbeiten. Am besten die Ebene vorher in ein Smart Objekt umwandeln, dann könnt ihr den Filter immer noch einmal anpassen. Vorsicht! Nicht zu viel, denn sonst bekommt ihr unschöne Säume.

Anschließend mit dem Befehl ALT+STRG+UMSCHALT+E eine neue Ebene erzeugen, die alle darunterliegenden Ebenen zusammen rechnet.

Gras dunkler
Die Gesamtkopie duplizieren STRG+J und auf den Füllmodus „Hartes Licht“ legen. Ihr könnt es auch gerne mit einem andern Modus versuchen. Aber generell biete die Verrechnungsarten viele Möglichkeiten ein Bild anzupassen. In diesem Fall sollte das Gras mehr Zeichnung erhalten. Deswegen noch eine Maske (schwarz) anlegen und die Grasstellen mit weißer Farbe freimalen.

Korn
Die ebene liegt zwar recht weit unten. Ist aber erst gegen Ende ins Bild gekommen. Erstellt habe ich diese über ein Plug In in Photoshop. Mehr gehe ich da drauf nicht ein. Denn das hat eben nicht jeder.
Andere Möglichkeit wäre der Korneffekt von PS selbst. Dann aber bitte diese Ebene noch Weichzeichnern, damit die Kornpixel weicher sind.

WB Korrektur
Mache ich zum Teil schon in RAW. Ist auch sinnvoller es dort zu machen. Doch manchmal sind die Kurven in Photoshop auch sehr gut. Und wer noch in JPG aufnimmt sollte das auch wie folgt angehen: Ihr könnt es über die Auto Funktion versuchen. Das geht eigentlich recht gut! Wenn nicht, dann gibt es links drei Pipetten. Eine für Tiefen, eine für Mitten und die oberste für Lichter. Jetzt müsst ihr euch in eurer Aufnahme Bereiche suchen, die näherungsweise in die Bereiche passen. Lichter und Tiefen findet ihr recht einfach. Achtet darauf, dass die Farbwerte nicht mehr wie plus minus 2 Werte von einander entfernt liegen. Sonst kommt es zu Verschiebungen. Kontrollieren könnt ihr das über die Infopalette. Mitteltöne zu finden ist recht schwer. Wenn ihr keine trefft, dann weg lassen.

Endsättigen
Sollte selbst erklärend sein. Ob ihr es nutzt bleibt euch über lassen. Aber zu meinen Stil gehört immer eine ebene die die Farben wieder etwas zurück drängt.

Tonung
Meine Lieblingsebene, die Kurven, kommen nun zum Einsatz. Ich könnt sicher auf X verschiedene Arten euer Bild tonen. Für mich haben sich die Kurven bewährt. Denn ihr könnt ihr jeden Kanal nutzen, Tiefen und Lichter getrennt regeln und die Helligkeit noch mit steuern. Für das Bild habe ich die Tiefen im Blaukanal angehoben und die Mitten fixiert. So bekommt ihr einen gelben Stich. Damit das sonnige, lockere besser rüber kommt habe ich im Grünkanal die Tiefen abgeschnitten.

Helligkeit
Um dem ganzen Bild etwas mehr Kraft zu geben, habe ich die Lichter mit einer Kurve leicht angehoben und die Tiefen geschützt. Das würdet ihr mit einer „Helligkeit & Kontrast“ Ebene nicht hinbekommen.

Licht malen
Ist in dem Fall unwichtig, da ich hier nur etwas im Gesicht aufgehellt habe. Wichtiger ist hier der folgende Schritt.

Schein
Ein Sommerbild hat für mich einen matten Effekt, der das Bild etwas aus graut und für die sommerliche Stimmung sorgt. Lässt sich in Photoshop super umsetzten mit einer Tonwertkorrektur. Ihr müsst einfach den Tiefenregler beim Tonwertumfang nach recht schieben. Und noch eine Maske anlegen. Ich habe diese gefüllt mit einem Verlauf, der von links unten nach rechts oben geht. So das fast nur auf der Wiese der Effekt zum tragen kommt.

Vignette
Die darf nicht fehlen. Eine kleine Vignette ist kein Hexenwerk. Wenn sie wirklich „echt“ wirken soll, dann müsst ihr aber über die Objektivkorrektur gehen. Erstellt eine neue Ebene STRG+UMSCHALT+N wähl als Modus Ineinanderkopieren und setzt den Hacken bei „mit 50% grau Füllen. Auf diese ebene wendet ihr den Filter Objektivkorrektur an und fügt eine Vignette ein.

Ich hoffe ihr habt Informationen für euch gewonnen und könnt damit etwas anfangen. Ich freu mich über Rückmeldungen und Fragen beantworte ich auch gerne. Und jetzt: Kamera schnappen und los legen ;)

Zu allen Aufnahmen aus dem Shooting mit Patrick