auf den zweiten Blick
Vor einer Woche haben Philip und Tobi, die hinter dem Blog „beautyFOOL“ stecken, ein langes Interview mit Paul Ripke (Fotograf aus Hamburg) veröffentlicht. Ich habe es zuerst nur beim Bearbeiten ein bisschen laufen lassen und mitgehört – doch das stellte ich dann doch schnell ein.
Warum? Weil das Interview mit Paul mich teils sehr an mich selbst erinnert hat und sehr interessant war. Nicht einfach nur langweiliges Gelaber, sondern ein sehr ausgewogenes Gespräch über Fotografie, Business und Persönliches. Auch wenn Paul acht bis zehn Jahre älter ist als ich (ich hoffe ich schätze nun richtig), sind seine beschriebenen Anfänge mir sehr ähnlich. Euch wird der Name Paul Ripke nichts sagen. Seid beruhigt, mir hat er auch nichts gesagt, als ich das Interview gespannt verfolgt habe. Und was macht man in einem solchen Fall? Natürlich Google um Rat fragen.
Zeit nehmen und hinschauen
Der Überraschungseffekt hätte nicht größer sein können. Denn die Seite die ich nun öffnete, besuchte ich schon vor gut einem Jahr – für nicht länger als eine Minute. Eine Website auf der man lauter Bilder in verschiedenen Größen und einer schier wahrlosen Anordnung sieht. Das hat mir gar nicht zugesagt und zack war damals die Seite wieder geschlossen.
Ihr versteht jetzt vielleicht meine Verwunderung. Der Typ der mich gerade sehr begeistert hat, gehört zu einer Seite auf der ich mich nicht wohlgefühlt habe. Der erste Eindruck kann also ziemlich täuschen. Denn zwei, drei Klicks weiter hätte ich auch damals Paul schon „kennen lernen“ können.
Er selbst sieht sich im Interview als eine Art Glückskind. Zumindest hatte er das des Öfteren in seiner Laufbahn erwähnt. Trotzdem hat er nie eine Ausbildung im Bereich Fotografie gemacht, ist nach eigenen Angaben ewiger BWL Student, was ich ziemlich vorteilhaft finde. Denn auch wenn einem die Fotografie Spaß macht und es einem immer wieder Freude bereitet: Wer davon leben „muss“ sollte auch etwas von Betriebswirtschaft verstehen.
„Dönerfleisch Import Export“
Ich schrieb oben von Ähnlichkeiten. Paul ist vom Typ her absolut komplett anders, nur gibt es da eben etwas das er erwähnt hat, das voll zu trifft. Zum einen spricht er von seinen Anfängen als „Dönerfleisch Import Export“ - gemeint ist damit, dass er anfangs alles Mögliche gemacht hat. Nicht nur alle Fotojobs, nein auch Grafikzeug gehörten zum Repertoire. Ich hatte auch gut eineinhalb Jahre einen Bereich „Grafik“ im Portflio. Den ihr jetzt verzweifelt suchen werdet – denn es gibt ihn nicht mehr. Es ist utopisch alles erledigen zu wollen. Das musste ich auch lernen. Heute ist klar: tobyart.de rein Fotografie.
Paul erzählt auf eine sehr lockere Art aus dem Studioleben, über die Arbeit die dahintersteckt und was es wirklich heißt ein solches Studio zu betreiben. Es ist harte Arbeit! – Die aber genau so viel Spaß macht. Eben genau das kann man Paul ansehen, finde ich. Vor allem seine Videoserie „Life of Paul“, eine humorvolle Dokumentation über den Alltag von ihm, zeigt, dass er auf dem Boden geblieben ist und über sich selbst lachen kann – es macht ihn unheimlich sympathisch. Ihr könntet jetzt auf die Idee kommen: „schleim schleim schleim“ – okay das mag vielleicht so sein. Aber ich sehe das als Ansporn weiter zu machen. Und nicht aufzugeben oder etwas anderes zu machen, nur weil es vielleicht ein leichterer Weg ist.
Übung macht den Meister
Paul erwähnt im Interview, das übrigens Philip führte, eine junge Fotografin die einfach jede Woche in ihrem Blog ein paar Aufnahmen zeigt. Ein Muss für ihn. Denn nur Übung bringt einen weiter. Immer wieder etwas Neues aufnehmen und am Ball bleiben. Sonst wird das mit dem Fotograf nie etwas.
Genau deswegen gehe ich immer wieder raus. Überlege ich mir immer wieder neue Ideen und Projekte und shoote was ich kann. Egal wo, mit wem oder was für Aufnahmen.
Ich bin momentan richtig motiviert und auch etwas verträumt. Aber bereit fürs Morgen und was die Zukunft mir so bringt. Merci, an euch Jungs von beautyFOOL und auch nach Hamburg ins PR Studio, für den Einblick.
Schaut es euch an:
Website von beautyfool
Interview mit Paul auf vimeo
Website von Paul